Sprachförderung

In der Diskussion des HSGYM-Berichtes stellte das MNG fest, dass im Bereich der überfachlichen Kompetenzen besonders die sprachlichen Fähigkeiten unserer Schülerschaft zu schwach ausgebildet seien. Der Konvent erteilte daraufhin einer Kommission den Auftrag, ein „Sprachkonzept“ auszuarbeiten. Nach einer Bestandesaufnahme in den Fachschaften im Frühling 2011 wurden verschiedene Massnahmen ausgearbeitet. Einige richten sich an SchülerInnen, die im sprachlichen Bereich besondere Schwächen zeigen, andere sollen eine Breitenwirkung erzielen.

Bisher umgesetzte Massnahmen:

a) Deutschpraktikum

Das Deutschpraktikum richtet sich an Jugendliche, die nicht deutschsprachiger Muttersprache sind und/oder neu aus dem Ausland zuziehen. Es beginnt in der Regel im 2. Semester der 1. Klasse und findet am Mittwoch von 12:45-14:15 statt. Neben einer Lehrperson sind auch ältere SchülerInnen als TutorInnen anwesend. Die intensive Betreuung erlaubt ein gezieltes Eingehen auf individuellen Aufholbedarf. Um den Unterricht möglichst effektiv und realitätsnah zu gestalten, werden auch Schulunterlagen bearbeitet, die die BesucherInnen des Deutschpraktikums aus ihren verschiedenen Unterrichtsfächern mitbringen.

b) Pilotklasse Sprache (SJ 12-14) / interdisziplinäre Projekte ab SJ 14

In einer Pilotklasse (1./2. Klasse MNG) wurden zwei Jahre lang Erfahrungen mit verschiedenen Formen intensiverer Sprachförderung gesammelt. Jedes Semester war einem Fach zugewiesen, das verstärkt sprachliche Aspekte thematisiert. In Mathematik wurden beispielsweise Kurzreferate zu einem mathematischen Begriff gehalten. Im ersten Semester der 2. Klasse kooperierten die Fächer Deutsch und Biologie im Bereich „wissenschaftliches Schreiben“. Nach Ablauf der zwei Jahre hat sich die Fachschaft Deutsch bereit erklärt, mit jeder ersten/zweiten Klasse mindestens ein interdisziplinäres Projekt im Bereich Sprachförderung zu initiieren. Vorschläge liegen bereits vor.

c) Weiterbildung des Kollegiums 2012/Selbstverpflichtung der Fachschaften

Jede Wissenschaft ist sprachlich vermittelt; jede Lehrperson vermittelt ihr Wissen im Medium der Sprache. Intensivierte Sprachförderung kann und soll deshalb nicht allein im Deutschunterricht stattfinden, sondern muss im Unterricht aller gymnasialen Fächer ein Anliegen sein. Die Weiterbildung in Kappel 2012 bot die Gelegenheit, angeregt durch Referate, aber auch durch Fachschaftsdiskussionen, grundsätzlich über die Bedeutung von Sprache und die Beziehung zwischen Sprache und Denken zu reflektieren. In Form einer Selbstverpflichtung einigten sich alle Fachschaften auf verbindliche Aspekte der Sprachförderung in ihrem Fach.

d) "Sternstunde" Sprache

Die Kommission Sprachkonzept hat einen Fragebogen ausgearbeitet, mit dessen Hilfe Klassenlehrkräfte sprachliche Fähigkeiten und Haltungen gegenüber Sprache in ihren Klassen erheben können. Die Ergebnisse können für individuelle Rückmeldungen, aber auch für Diskussionen mit der Klasse genutzt werden.